Das Liebesverbot Komische Oper von Richard Wagner
nach Wiliam Shakespeare´s "Maß für Maß"
Musikalische Bearbeitung und Leitung: Klaus D. Jung
Inszenierung: Michael Leinert o Bühne: Manfred Breitenfellner
Textbearbeitung und Kostüme: Barbara Hass
Fotos: Dr. Joachim Flügel
"Ich
war einundzwanzig Jahre alt, zu Lebensgenuss und freudiger Weltanschauung
aufgelegt. Damals entwarf ich den Plan zu einer neuen Oper: "Das
Liebesverbot oder Die Novize von Palermo". Den Stoff zu ihr
entnahm ich Shakespeare's "Maß für Maß".
Isabella war es, die mich begeisterte: Sie, die als Novize aus dem
Kloster schreitet, um von einem hartherzigen Statthalter Gnade für
ihren Bruder zu erflehen, der wegen des Verbrechens eines verbotenen,
und dennoch von der Natur gesegneten Liebesbundes mit einem Mädchen
nach einem drakonischen Gesetze zum Tode verurteilt ist. Isabellas
keusche Seele findet vor dem kalten Richter so triftige Gründe
zur Entschuldigung des verhandelten Verbrechens, ihr gesteigertes
Gefühl weiß diese Gründe mit so hinreißender
Wärme vorzutragen, dass der strenge Sittenwahrer selbst von
leidenschaftlicher Liebe zu dem herrlichen Weibe erfasst wird. Shakespeare
schlichtet die entstandenen Konflikte durch die öffentliche
Zugrückkunft des, bis dahin im Verborgenen beobachtenden, Fürsten.
Ich dagegen löste den Knoten ohne den Fürsten durch eine
Revolution. Den Schauplatz hatte ich aus dem fabelhaften Wien nach
der Hauptstadt des glühenden Siziliens verlegt; vom Statthalter,
einem puritanischen Deutschen, ließ ich auch den bevorstehenden
Karneval verbieten; ein verwegener junger Mann, der sich in Isabella
verliebt, reizt das Volk auf, die Masken anzulegen und das Eisen
bereit zu halten: "Wer sich nicht freut bei uns'rer Lust, dem
stoßt das Messer in die Brust!"
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