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Graf
Almaviva hat, nachdem er Rosina zu seiner Gräfin gemacht hatte,
großzügig auf das Herrenrecht verzichtet - das Recht
der ersten Nacht mit den Bräuten seiner Untertanen. Nun will
sein Diener Figaro das schöne Kammermädchen seiner Frau
heiraten und schon bereut der Graf sein Versprechen. Mit allen Mitteln
versucht er bei Susanna doch noch in den Genuss des alten Rechtes
zu kommen. Er lässt den intriganten Basilio für sich werben;
er unterstützt zudem die Absicht der reifen Marcellina sich
Figaro zum Gatten zu nehmen; es stört ihn nicht, dass er dabei
mit seinem alten Widersacher Doktor Bartolo an einem Strang zieht.
Der hat es immer noch nicht verschmerzt, dass ihm Figaro für
den Grafen sein geliebtes Mündel Rosina ausgespannt hat und
hält nun die Heirat mit der Alten für eine gelungene Rache.

(Fotos: Dr. Joachim Flügel)
Almaviva findet immer wieder einen Grund,
die Hochzeit von Susanna und Figaro aufzuschieben. Schließlich
offenbart er sich dem Mädchen, trifft dabei aber unglücklicherweise
mit dem liebeskranken Pagen Cherubino zusammen, der kam, um in seiner
eigenen Angelegenheit Susannas Hilfe zu erbitten. Der Graf ist wütend
über die Störung und zudem voll eifersüchtigem Argwohn
dem hübschen jungen Mann gegenüber. Er ernennt ihn kurzer
Hand zum Offizier und gibt ihm den Befehl, sofort zu seinem Regiment
aufzubrechen. Als die Gräfin mit Susanna gerade Figaros Plan
eines gefälschten Rendezvous zwischen dem Grafen und Susanna
vorbereitet und sie aus diesem Grund dem Pagen Susannas Kleider
anziehen, damit die Gräfin ihren Mann mit der angeblichen Susanna
in flagranti erwischen kann, platzt wieder der Graf herein. Nur
ein Sprung aus dem Fenster kann den Pagen noch retten, und nur durch
Aufbietung aller Schauspiel- und Erfindungskunst können die
zurückgebliebenen Damen und Figaro den Grafen von Ihrer Unschuld
überzeugen.
Die Gräfin denkt aber nicht daran den
Plan aufzugeben. Sie diktiert Susanna einen Brief, der Almaviva
in den Garten bestellt. Nun will sie sich selbst in Susanna verwandeln.
Ihr Kammermädchen soll als Gräfin erscheinen, so dass
sie gleichzeitig dem grundlos eifersüchtig gewordenen Figaro
eine Lektion in Sachen Treue erteilen kann. Figaro erkennt seinen
Irrtum schnell. Der Graf dagegen bestürmt die Gräfin in
der Maske Susannas lang und ausgiebig, bis auch er seinen Fehler
endlich einsehen muss und um Verzeihung bittet.
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