La Cenerentola
Komische Oper von Gioacchino Rossini
Regie: Andreas Franz
Musikalische Bearbeitung und Leitung: Klaus D. Jung
Textbearbeitung und Kostüme: Barbara Hass
Bühne: Kathrin Kegler
Fotos: Dr. Joachim Flügel

"La Cenerentola" ist keine rührselige Romanze eines
schuldlos leidenden Mädchens, es ist die Geschichte einer aktiven
jungen Frau, die auch im Unglück die Hoffnung nie aufgibt und
sich auf ihre Art gegen die Unterdrückung, die ihr seitens
der Familie wiederfährt, zur Wehr setzt. Die Eifersucht ihrer
Stiefschwestern und die Missgunst ihres Stiefvaters, die gemeinsam
alles daransetzen, ihr ihren Teil am Lebensglück zu versagen,
verführt sie nicht zum Selbstmitleid, sondern hält ihr
die Augen offen für das Leid und die Not anderer.
So gibt sie trotz der Drohung ihrer Schwestern einem Bettler zu
essen. Dieser Bettler, der in Wahrheit der weise Berater des Prinzen
Ramiro ist, wird nun zu ihrem heimlichen Beschützer und der
Triumph des Guten - "la bontà in trionfo" - wie
die Oper im Untertitel heißt, kann beginnen.

Alidoro, so der Name des fürstlichen Beraters, ist die Entsprechung
der Fee in Perraults Märchen, das dem Libretto entfernt zu
Grunde liegt. Jacopo Ferretti, der Librettist, nahm diese Veränderung
vor, weil er wusste wie sehr Rossini gegen übernatürliche
Elemente in der Oper war. So bleibt auch der weitere Verlauf der
Geschichte lebensnah und nicht ohne Schärfe, und man darf sich
sogar fragen, ob Cenerentolas Koloratur, die den Weg aus der Asche
auf den Thron besiegelt, den Triumph der Güte zum Ausdruck
bringt oder ob es Cenerentolas ganz eigener Triumphgesang ist.

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